Empört euch!

Dass Stammspieler wie Timo Horn oder Jonas Hector keinen Gebrauch von ihrer Ausstiegsklausel machen und auch in der 2. Liga dem FC treu bleiben, ist ohne Zweifel nicht nur aus sportlicher Sicht eine gute Nachricht, sondern in Zeiten, in denen anderswo Spieler ihren Wechsel erzwingen, auch ein starkes Zeichen.

Dennoch wirkt es auf mich so, als wolle die sportliche Leitung des FC mit der öffentlichen Bekanntgabe des Verbleibs dieser Spieler zum jetzigen Zeitpunkt vor allem eines bewirken: Dass der Frust über den unnötigsten und womöglich schmerzhaftesten Abstieg der Vereinsgeschichte in den Hintergrund rückt.

In den öffentlichen Äußerungen der Vereinsvertreter war oft von einem „Unfall“ die Rede. Um zu verstehen, dass dieser Begriff dem sportlichen Niedergang des FC nicht gerecht wird, muss man nur Wikipedia bemühen: „Ein Unfall ist ein plötzliches, zeitlich und örtlich bestimmbares und von außen einwirkendes Ereignis, bei dem eine natürliche Person unfreiwillig einen Körperschaden erleidet oder eine Sache unbeabsichtigt beschädigt wird.“

Es geht mir freilich nicht darum, dass der FC keine natürliche Person ist, sondern vielmehr darum, dass der Abstieg weder plötzlich kam noch durch äußere Einwirkung entstanden ist. Die Ursache ist nicht etwa auf Naturgewalt oder einen technischen Defekt, sondern auf menschliches Versagen der Verantwortlichen zurückzuführen.

Dass es mindestens riskant (um nicht zu sagen leichtfertig) war, einen Stürmer zu verkaufen, der in den letzten zwei Saisons 40 Tore geschossen hatte und als Ersatz einen Stürmer zu präsentieren, der noch nie mehr als 5 Saisontore erzielt hatte, war von Anfang an abzusehen. Natürlich war das nicht der einzige Grund, warum der FC abgestiegen ist. Doch nun von einem Unfall zu reden, ist Augenwischerei.

Man sollte sich mal bewusst machen, was da wirklich passiert ist: Der FC ist nicht nur einen, sondern zwei Schritte zurück geworfen worden – aus der Europa League in die 2. Liga! Alles, was die Vereinsführung seit 2012 bewirkt hat, scheint umsonst gewesen zu sein. Der Plan, den Verein dauerhaft in der Bundesliga zu etablieren, ist gescheitert. Wir stehen jetzt wieder genau da, wo wir vor 6 Jahren standen.

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